So´n Schiet - Müll im Wandel der Zeit

Der Themenbereich Abfall und Nachhaltigkeit wird auch die kommenden Generationen noch intensiv beschäftigen. "Die Ressourcen an Metall und seltenen Erden sind begrenzt. Daher sind wir sehr darauf angewiesen, in Zukunft sehr viel sorgsamer als bisher mit den vorhandenen Rohstoffen zu haushalten", sagte Festredner Prof. Dr. Martin Faulstich beim Nachhaltigkeitsforum anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Abfallwirtschaft Dithmarschen (AWD) in Heide. Der langjährige Vorsitzende des Sachverständigenrates für Umweltfragen forderte unter anderem, Hersteller bereits heute bei der Produktgestaltung stärker in die Pflicht zu nehmen. Langfristig müssten Haushaltsgegenstände sogar so gebaut und gekennzeichnet werden, dass sie auch durch einen Roboter wieder in seine Einzelteile zerlegt werden und dann entsprechend recycelt werden können.

In der Begrüßung der 120 Gäste aus Kreis- und Landespolitik, Wirtschaft, Verbänden und Organisationen hatte AWD-Geschäftsführer Dirk Sopha auf die ständigen Veränderungen in der Abfallwirtschaft hingewiesen. „Wir verbinden dabei die drei Aspekte der Nachhaltigkeit, nämlich Ökonomie, Ökologie und Soziales.“ Anschließend ließ der Aufsichtsratsvorsitzende der AWD, Landrat Stefan Mohrdieck, die vergangenen 25 Jahre Revue passieren. Er wies beispielhaft auf die Einführung der grünen und später der blauen Tonne, den Start des Bildungsprojekts ALADIN und schließlich auf die AbfallApp hin. Die AWD befinde sich "auf klarem Kurs". „Als eher kleine Gesellschaft im Landesvergleich agiert die AWD mit großen Managementqualitäten, hohem Engagement und lebendigem Netzwerk. Beispiele dafür sind das Nachhaltigkeitsforum und der Markt der Nachhaltigkeit. Der nächste wird am 25. Mai 2019 in Heide veranstaltet.“, sagte der Landrat abschließend.

Frank Spreckels, Geschäftsführer der Service Plus GmbH, neben dem Kreis Dithmarschen einer der beiden Gesellschafter der AWD, warf in seinem Grußwort einen Blick auf die Zukunft des Unternehmens. Unter dem Motto „Kurs halten“ beschrieb er die Herausforderungen, aber auch die Chancen für die AWD in den kommenden 25 Jahren.

In einem weiteren Beitrag beschrieb Martin Meers, Geschäftsführer der gemeinnützigen hoelp, die fruchtbare Zusammenarbeit, die sich unter anderem im jährlich stattfindenden Markt der Nachhaltigkeit zeige. "Durch unsere gemeinsamen Aktionen in Brunsbüttel, Büsum Heide und Meldorf haben wir dafür gesorgt, dass das Thema „Nachhaltigkeit“ jetzt in die Lehrpläne einiger Schulen aufgenommen wurde", erläuterte Meers. Das soziale Engagement der Abfallwirtschaft Dithmarschen wurde von Dorothee Martens-Hunfeld, Vorstand der Stiftung Mensch, beschrieben. Dabei ging sie vor allem auf die Zusammenarbeit in der Sozialen Allianz ein. In dem Bündnis für Inklusion in Dithmarschen arbeiten Unternehmen zusammen, um Arbeitsplätze für Menschen mit Handicaps zu schaffen.

Einen humoristischen Beitrag zum Forum aus Sicht eines Kunden und Landwirts lieferte schließlich der Autor und Biobauer Matthias Stürwohld. Augenzwinkernd ging er das Thema Abfallwirtschaft aus autobiographischer Sicht an – vom ratlosen Blick seines Großvaters auf die allererste Mülltonne bis zu den Problemen, Mülltrennung und -vermeidung auch bei jugendlichen Kindern zu verinnerlichen.

Um angesichts des Jubiläums einen weiteren nachhaltig ökologischen Akzent zu setzen, hatte die AWD ihre Gäste gebeten, auf Präsente zu verzichten. Infolgedessen freut sich der Imkerverband Dithmarschen-Nord über Spenden in Höhe von über 1.000 Euro.